In Amerika ist traditionell am 1. Weihnachtsfeiertag morgens die Bescherung. Anders, als bei uns heilig Abend.
Oft werden dort oft die Geschenke im Schlafanzug ausgepackt und so in den Tag gestartet.
Da sich die Familie oft so in den Schlafanzügen unterm Weihnachtsbaum versammelt, gibt es viele Familien, die auch Gemeinschafts-Outfits haben, oft in Form von Overalls.

Weihnachten 2014 entdeckten wir diese amerikanischen Bilder überall und wollten diese Tradtion für  uns auch einführen: Den ganzen Tag (dann also den heiligen Abend) in gemtülichen Outfits bleiben. Und bei mir entsprang dann im Laufe des Jahres die Idee: „die näh ich uns selbst“

In diesem Jahr bekam ich meine erste Nähmaschine von meinem Freund geschenkt. So wollte ich mich zum nächsten Weihnachtsfest (2015) revanchieren.

Im Internet machte ich mich auf die Suche nach kostenlosen Schnittmustern für einen Overall/Jumpsuit.
Am Anfang meiner Nähkarriere wollte ich noch nichts für Schnittmuster ausgeben. Erst mal schauen, was es so kann.
Inzwischen hat sich das etwas geändert, da bei den kostenlosen meist keine gute Anleitung dabei ist, man mit der Nahtzugabe schauen muss, etc.
Bei Handmade Kultur* wurde ich fündig.

Auf dem nächsten Stoffmarkt suchten meine Freundin und ich dann den passenden Stoff aus.
Es waren direkt zwei Jumpsuits geplant. Einer für meinen Freund und einen für mich.
Also zwei Mal 140 x 250 Stoff, Reisverschluss, Bündchen und los ging die wilde Sause.

Im Oktober nutzte ich freie Abende und klebte erst Mal den riesigen Schnittbogen aus Din A4-Blättern zusammen.
Dann Abpausen (zunächst in M für mich, dann nochmal für Marc.) Bei der Anprobe konnte ich dann feststellen, ob ggf. etwas verändert werden muss. Marc ist ein Stück größer wie ich, so konnte ich die Länge dann direkt variieren. So zumindest die Theorie.
Mein Overall sollte das „Probestück“ werden. Weil, wenn Fehler drin ist, dann ists nicht so schlimm 🙂

Der erste Zuschnitt:

Overall1-Zuschnitt

Auf dem Bild sieht man, dass die Taschen (Aufsetz-, als auch Eingriffs-Taschen) bereits festgenäht sind.
Die Aufsetz-Taschen auf eine Höhe hin zu bekommen, war gar nicht so einfach..

Nun ist die Kapuze geschlossen und die Ärmel angenäht.
Bei der Kapuze  habe ich mich entschlossen, diese einfach aus dem Außenstoff gefüttert. Keine weitere Farbe als Kontrast. Das Ringel-Bündchen ist Farbe genug. 🙂

Nun Reißverschluss. Aaaaah.

Also eigentlich habe ich ja vor nix Angst. V.a. habe ich schon den ein oder anderen Reißverschluss eingenäht. Und eigentlich habe ich da auch kein Problem mit.
Die Länge ist ein bisschen Herausfordernd (1,2 Meter langer Reißverschluss.. Wenn sich da was verzieht..)
Aber wie gesagt, das Nähen hat eigentlich ganz gut geklappt. Aber unten das Ende ist in der Anleitung echt nicht schön beschrieben und es soll ja auch schön aussehen.

Erst habe ich einfach um die Ecke genäht. (und das hätte ich auch besser mal so gelassen) Da waren aber zwei keine Löchlein, die ich unter einem kleinen Stück Sweat versteckt habe.
Das war aber schief bzw. schaffte meine Nähmaschine keine , also aufgetrennt. Uuuh, Sweat auftrennen ist keine gute Idee. Vor allem, wenn man so langsam frustriert wird.. Die Löcher durchs Auftrennen wurden immer größer.

Schließlich wurde es das formschöne Stückchen Bündchen. Einfach drauf genäht. Und es hält!

Jetzt nur noch die Seitennähte schließen, Bündchen dran und feeertig. 🙂

Wie ihr seht, passt der Overall super.

Eigentlich wollte ich ihn gern als „Überzieh-Teil“ haben. Also so ein T-Shirt drunter wäre schon ganz nett. Passt aber so leider nicht mehr 🙂

So wurde Das Punkstück gut versteckt (sollte es ja auch erst zu Weihnachten geben) und Overall Nummer 2.

Für Marc wählte ich also die Größe XL, da er erstes größer ist als ich und das Teil ja auch mit noch was drunter passen sollte (nicht so wie bei mir^^)

Also wurde der Riesen-Schnittbogen wieder ausgerollt, Größe XL und die Herren-Aufsatz-Taschen abgepaust (ja, im Schnittmuster werden Herren und Damen unterschieden), der blaue Stoff zugeschnitten und die ersten Nähe gemacht.

Super-Sache, oder? Erst mal die Eingriffstaschen einmal falsch rum 🙁
Also wieder auftrennen.

Auf dem Foto könnt ihr vielleicht auch die feinen „Applikationen“ neben den Aufsatz-Taschen erkennen. Hier gibt es Dreicke und Kreise an den Stellen, an denen ich zuvor die Aufsatz-Taschen verkehrtherum aufgenäht und anschließend wieder aufgetrennt hatte. Siehe oben: Sweat-Stoff auftrennen ist ein Spaß..

Naja, der Rest wurde schnell repariert. Und auch das Einnähen des Reißverschlusses lief aufgrund meiner Erfahrung diesmal deutlich besser.

Und so war dieser Overall deutlich schneller und ordentlicher fertig.

Bein-Bündchen habe ich übrigens hier extra nicht angenäht. Ich mag sie bei meinem Overall sehr, da man damit quasi eine Decke angezogen hat und nichts verrutscht. (Decken rutschen ja immer an den falschen Stellen hoch..)
Hier sollte Marc selbst entscheiden, ob er die (mitgeschenkten) Bündchen dran haben wollte, oder einen normalen Saum. Das stellte sich im Nachgang auch als die perfekte Lösung heraus, da er es einfach glatt umgenäht haben wollte.

So, das war das Mamut-Projekt „Weihnachts-Overall“.

Das Geschenk kam aber super an und die Teilchen begleiten uns seitdem immer bereits durch die Vorweihnachtszeit.

Viele Grüße,
Silvia

*unbeauftragte Werbung für ein kostenloses Schnittmuster

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